Mit Nachhaltigkeit und CO2-Bilanz befassen sich auch Experten der Baubranche

KOMMUNALtopinform hat in dieser Ausgabe eine der wichtigsten Aufgaben Deutschlands, den Wohnungsbau, zum Titelthema gemacht. Es ist seit Jahren offensichtlich, es fehlt bezahlbarer Wohnraum. Laut der Hans Böckler Stiftung wurden in deutschen Großstädten bereits 2023 rund zwei Millionen Wohnungen mehr als vorhanden benötigt. Nach neueren Erhebungen sind es noch mehr. Die Bundesregierung hat daher Anfang Oktober den „Bau-Turbo“ ausgerufen. Sie erhofft sich dadurch, dass schneller mehr Wohnraum geschaffen werden kann.

Doch sehen Wissenschaftler und andere Experten ein Problem in den hierzu getätigten Beschlüssen (Seite 28 und 29). Ein Neubau-Boom könnte unter anderem das Erreichen der bundesdeutschen Klimaziele beeinträchtigen und das Abschaffen mancher behördlicher Hürde zu einer Vernachlässigung der Sicherheit führen.

Für die Rubrik „Frag doch mal …“ wurden auch deshalb Sachkundige befragt. Die Frage ist, was besser ist für die CO2-Bilanz: das Sanieren oder das neu Erbauen von Gebäuden. Antworten darauf finden Leser auf den Seiten 26 und 27. Und einen Wegweiser mit wichtigen Hinweisen durch den Dschungel der Umweltinformationen gibt es auf den Seiten 30 und 31.

„Die Grenzen des Möglichen lassen sich nur dadurch bestimmen, dass man sich ein wenig über sie hinaus ins Unmögliche wagt“, sagte einst der britische Science-Fiction-Autor und Futurist Arthur C. Clarke (1917–2008). Für Städte und Gemeinden sind Grenzen tägliche Realität – und zugleich Ansporn, sie zu überwinden. Besonders deutlich zeigt sich dies in der medizinischen Versorgung, die vielerorts an ihre Belastungsgrenzen stößt. Prognosen der Bertelsmann-Stiftung und des Barmer-Instituts warnen vor massiven Versorgungslücken bis 2040, vor allem im ländlichen Raum. Schon heute sind deutschlandweit über 5.000 Hausarztsitze unbesetzt. Kommunen wie im Landkreis Waldshut beweisen mit innovativen Modellen wie dem kommunal getragenen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Rothauser Land, dass neue Wege möglich sind, wenn Versorgung als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden wird. Mehr dazu lesen Sie im Blickwinkel auf den Seiten 12 und 13.

Doch nicht nur im Gesundheitswesen stoßen Städte an Grenzen. Auch die bauliche Gestaltung historischer Gebäude verlangt nach Lösungen, die Tradition und Teilhabe miteinander verbinden. Die Stadt Augsburg zeigt mit dem Schaezlerpalais und dem Kleinen Goldenen Saal, dass Barrierefreiheit und Denkmalschutz kein Widerspruch sein müssen. Mit Fingerspitzengefühl, technischem Know-how und einem klaren Bekenntnis zur Inklusion gelingt es, Grenzen zu überwinden und kulturelles Erbe für alle zugänglich zu machen (siehe Seite 34).

Eine neue Partnerschaft zwischen der AKDB AöR aus Bayern und der Komm.ONE AöR aus Baden-Württemberg verdeutlicht, wie Kooperation Grenzen verschieben kann. Gemeinsam entwickeln die beiden IT-Dienstleisterinnen Fachsoftware für das Ausländer- und Einbürgerungswesen weiter, die bereits bundesweit bei über 150 Behörden im Einsatz ist. Mit innovativen Technologien, auch im Bereich Künstliche Intelligenz, werden die Grenzen menschlicher Fähigkeiten ergänzt und die Verwaltung fit für die Zukunft gemacht (mehr dazu ab Seite 4).

Grenzen sind damit keine Endpunkte, sondern Ausgangspunkte für Veränderung in der Verwaltung. Überall dort, wo Grenzen sichtbar werden, können neue Ideen, Kooperationen und Lösungen entstehen.

Eine inspirierende Lektüre wünscht Ihnen das KOMMUNALtopinform-Team!

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